Schloss Lütetsburg – Ein Ort mit schicksalhafter Geschichte

Das Lütetsburger Schloss ist ein Wasserschloss, welches in den 60er Jahren, nach einem verheerenden Brand, in seiner heutigen Form wieder aufgebaut wurde: Mit dicken Mauern, einem tiefen Wassergraben und zwei Türmen. Auf zwei Säulen neben der Zufahrtsbrücke wacht das Wappentier – ein steinerner Löwe – über die Schlossbewohner. Auf den Grundmauern des 1956 durch einen großen Brand zerstörten Vorgängerbaus aus dem 15. Jahrhundert entstand der heutige Backsteinbau unter dem Architekten Hans Heinrich von Oppeln: eine vierflügelige Anlage mit zwei Türmen, schlicht und monumental zugleich.

Hier lebt seit Generationen die Grafenfamilie derer zu Inn- und Knyphausen: Heutzutage sind dies Schlossbesitzer Tido Graf zu Inn- & Knyphausen mit seiner Frau Margareta und den vier Kindern. Zwischen Ritterrüstung und 60er-Jahre-Charme, zwischen Ahnensaal und gemütlicher Wohnküche, hat die Familie hier ein modernes Heim geschaffen mit Wohlfühlatmosphäre – und allen Stolpersteinen, die ein Eigenheim in Familienbesitz mit sich bringt: Da steht das Trampolin im Innenhof, Kettcars und Kinder-Lastenrad… Die Grafenfamilie liefert hier den Beweis, dass man auch auf 1.000 qm unkompliziert wohnen kann.

Eine Besichtigung des privat bewohnten Schlosses ist nicht möglich. Einige Einblicke gewährt Ihnen aber der Kurzfilm „Wo Grafen schlafen“

  1. ehem. Hauptturm, dieser war früher deutlich imposanter als der Ostturm
  2. Ostturm
  3. Ostflügel mit Gästetrakt
  4. Innenhof
  1. Salon, Empfangsraum für Gäste
  2. Ahnensaal mit einer Galerie der Ahnen der Familie zu Inn- und Knyphausen.
  3. Esszimmer, hier speist man mit offiziellen Gesellschaften, z. B. mit Jagdgesellschaften

Die geschichtlich-interessierten Website-Besucher laden wir hier auf eine kurze Reise in die ereignisreiche Geschichte des Schlosses zu Lütetsburg ein: Weit zurück müssen wir gehen, in das  14. Jahrhundert – der ostfriesische Häuptling Lütet Manninga verlor sein Stammhaus in Westel  und ließ den in Familienbesitz befindlichen Uthoff (Außenhof) zu einem Wasserschloss, der Lützborch ausbauen. Zerstört in der Sächsischen Fehde ließ Häuptling Unico Manninga die Burg von 1557 bis 1576 als Renaissance-Schloss mit der bis heute erhaltenen Vorburg wieder aufbauen.

1588 gelangte das Schloss an Reichsfreiherrn Wilhelm von Inn- und Knyphausen durch seine Heirat der Erbtochter Hyma Manninga: Hier beginnt die Verbindung von Lütetsburg und der Grafenfamilie zu Inn- und Knyphausen, die über die Jahrhunderte hinweg von vielen Rückschlägen, Wiederaufbauten und persönlichen Tragödien geprägt war: so führten die Besatzung während des Dreißigjährigen Krieges sowie später von kaiserlichen Truppen zum Verfall des Schlosses, der Wiederaufbau erfolgte im Stil des Klassizistischen Barocks – 

 

und mündete in die totale Zerstörung durch einen schweren Brand im Jahr 1893, ausgelöst durch einen umstürzenden Weihnachtsbaum.

Anschließend wurde das Schloss im Stil der Neorenaissance wieder errichtet. Doch während des Zweiten Weltkrieges fielen schwere Bomben auf das Burggelände, das Schloss wurde stark beschädigt. 1956 fiel es aus ungeklärter Ursache erneut einem Großfeuer zum Opfer.

Fürst Wilhelm Edzard zu Innhausen und Knyphausen ließ daraufhin von Architekt Hans Heinrich von Oppeln die heutige Vierflügelanlage mit zwei Türmen in modernerem Stil auf den Grundmauern der Vorgängeranlagen errichten. Von den Vorgängerbauten sind nur die Vorburg und der Ostturm erhalten. So finden Sie das Schloss bei Ihrem heutigen Besuch in Lütetsburg vor: am Rande der Ortschaft gelegen, harmonisch in die umgebende Landschaft und die imposante Schlosspark Lütetsburg-Anlange eingebettet, steht das Schloss Lütetsburg als Sinnbild für Tradition und Geschichte Ostfrieslands.

Das Schloss im Jahre 1580
Das Schloss im Jahre 1750
Das Schloss heute
Die Brücke zum Schloss
Das Schloss im Jahre 1935
Das Schloss im Jahr 1957
Einfahrt zur Vorburg
Von Grachten umgebenes Wasserschloss