Auch Forstbetriebe nehmen eine besonders wichtige Rolle beim Klimaschutz ein, denn der Klimawandel bedroht unsere Wälder massiv. Die ansteigenden Extreme der Witterung wie Hitze, Trockenheit und Stürme stellen eine Gefahr für den Wald dar, da sie die Bäume schwächen und so den Schädlingsbefall begünstigen und darüber hinaus die Waldbrandgefahr erhöhen. Damit bedroht der Klimawandel zum einen den Lebensraum Wald und die darin lebende Artenvielfalt sondern darüber hinaus die Erholungs-, Klimaschutz-, Bodenschutz- und Nutzfunktion der Wälder.
Derzeit werden von Schloss Lütetsburg hauptsächlich zwei Forstbetriebe unterhalten, zum einen das Revier Lütetsburg mit ca. 750 ha Fläche zum anderen das Revier Knyphauserwald ebenfalls mit 750 ha Fläche. Darüber hinaus bewirtschaften wir in mehreren Bundesländern insgesamt weitere 300 ha Wald.
Um dem Klimawandel entgegen zu wirken arbeiten wir seit mehreren Jahrzehnten daran, die Wäldbestände zu Mischwäldern aus standortgerechten Laub- und Nadelbäumen umzubauen. Dieser Schritt macht die Flächen gegenüber Störungen weniger anfällig als sogenannte Monokulturen – wenn einzelne Baumarten aufgrund von beispielsweise Schädlingsbefall oder Dürre ausfallen, können andere Arten diese Lücken füllen und nicht der gesamte Waldbestand ist bedroht.

Das Revier Lütetsburg ist in 7 Forstsorten auf einem Radius von 10 km parzeliert und besteht aus mäßig bis gut versorgten Standorten aus eiszeitlichem Material, wie verlehmte Sande sowie aus Überflutungsbereichen. Das Revier setzt sich zu 30 Prozent aus Laubhölzern wie Eichen, Buchen und anderen Sorten, sowie zu 70 Prozent aus Nadelhölzern wie Lärchen, Fichten und Weiß- bzw. Küstentannen zusammen. Schwerpunkt bilden hierbei die 2. und 3. Altersklasse (Alter 21 bis 60 Jahre). Der jährliche Holzzuwachs beträgt in etwa 6 Festmeter je Hektar – dies entspricht 4200 Festmetern jährlich nachhaltig zu nutzender Einschlagsmenge.

Das Revier Knyphauserwald ist ein kompakter Forstort und besteht aus mäßig bis gut versorgten Standorten aus eiszeitlichem Material, hier unverlehmten Sanden. Es setzt sich aus 15 Prozent Laubhölzern, darunter zu je fünf Prozent Eiche, Buche und Roteiche, sowie aus 85 Prozent Nadelhölzern, wie Lärche, Fichte, Kiefer und Weiß-/Küstentanne zusammen. Der Schwerpunkt liegt auch hier in der 2. und 3. Altersklasse (21 bis 60 Jahre). Der jährliche Holzzuwachs im Knyphauserwald beträgt in etwa 5 Festmeter je Hektar – dies entspricht 3500 Festmetern jährlich nachhaltig zu nutzender Einschlagsmenge.
Darüber hinaus verzichten wir weitgehend auf Kahlschläge mit Ausnahme auf Flächen, in denen der Umbau von Fichtenbeständen statt findet. Der Verzicht auf Kählschläge sowie eine sogenannte „Zielstärkennutzung“ führen zu kleinflächigen und vertikal gestuften Strukturen, mit denen Kalamitäten verhindert werden und der dreidimensionale Wuchsraum wird permanent genutzt.
So schützen wir nicht nur die Wälder, sondern erhalten und verbessern auch den Lebensraum der Tiere – in den Lütetsburger Wäldern leben unter anderem Rehwild, Damwild, Füchse, Dachse, verschiedene Reihersorten, diverse Fledermausarten und viele weitere – darunter einige Arten, die in der sonst eher kargen Landschaft des hohen Nordens nicht oft zu finden sind.
In unserem Betrieb werden zudem auch über 50 ha Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen gepflegt. Darunter versteht man beispielsweise Flächen, die aus der Bewirtschaftung genommen und sich selbst überlassen werden – so schaffen sie einen Ausgleich für getätigte Baumaßnahmen. Weitere Maßnahmen sind Aufforstungsflächen, auf welchen Biotope bis hin zu ganzen Teichen und vernässten Weiden geschaffen werden.
Weitere interessante Themen rund um Klimaschutz und Nachhaltigkeit:
Hier finden Sie einige Möglichkeiten, sich aktiv an unseren Klima-Projekten zu beteiligen – wir freuen uns, wenn wir Sie inspirieren können, uns zu unterstützen und selbst aktiv zu werden!
Schloss Lütetsburg mit seiner historischen Vorburg bietet seid vielen Jahrzehnten einen attraktiven Brutplatz für die seltene Mehlschwalbe.
Der Betrieb Schloss Lütetsburg unterhält mehrere sogenannte Feldgehölze. Dabei handelt es sich meist um kleine Waldgruppen unter einem Hektar Fläche, die dem Wild und den anderen Tieren als Unterschlupf dienen sollen.
Bereits Flächen von ca. 15 ha (150 000 qm) wurden im landwirtschaftlichen Bereich auf freiwilliger Basis zu Bienenwiesen umgestaltet um neuen Lebensraum für die bedrohte Tierart und andere Insekten zu schaffen.